Hermann von Baltharsar

Das Buch: "Hexen – Wahn und Wahrheit"

Neben W. Behringers „Hexenverfolgung in Bayern – Volksmagie, Glaubenseifer und Staatsräson in der Frühen Neuzeit“ (1987) und „Quellen und Untersuchungen zur Geschichte des Hexenwahns und der Hexenverfolgung im Mittelalter“ (2003) von J. Hansen und J. Franck wird von Balthasars Werk „Hexen – Wahn und Wahrheit“ dem Anspruch eines Standardwerks gerecht.
Von Balthasars genaue Studien im Bereich der Geschichts- und Kulturwissenschaften eröffnen dem interessierten Leser eine neue Betrachtungsweise auf die Geschichte und die mythologischen Wurzeln des abendländischen Hexenwahns. Dabei beschränkt sich Balthasar nicht nur auf das Mittelalter, sondern setzt seine Theorien über die Ursprünge der Hexenverfolgungen in der Mythenwelt der vorchristlichen Antike an.

Balthasars „Hexen“ revolutioniert die kulturhistorische Sichtweise auf die Hexenverfolgung und die Entwicklungsgeschichte der abendländischen Mythen gleichermaßen.

Das Buch erscheint am 30.4.2011.

Aus dem Inhalt:

Vorwort:

Sie dominieren die Fantasie(n) nicht nur katholischer Geistlicher. Sie sind die Heldinnen von Kinder- und Erwachsenencomics, sie stehen als Heroinencharaktere in On- und Offlinerollenspielen zur Verfügung, ohne sie wäre kein Märchen-Figurenensemble komplett, als rothaarige Verführerinnen geistern sie durch die Welt der Pornographie – und sie werden verbrannt. Die Rede ist von Hexen.

Wie keine andere weibliche Gruppierung der Weltgeschichte werden sie Opfer präpotenter männlicher Allmachtsfantasien und bigotten Glaubenswahns. Wo Toleranz und Weisheit nicht hinreichen, feiern Ignoranz und Aberglaube fröhlich Urstände – und die Leidtragenden sind Frauen, die nichts verbrochen haben, als ein wenig mehr zu wissen, Traditionen weiterzutragen und Nächstenliebe zu praktizieren, statt sie nur zu predigen.

Hexen? Es gibt keinen Rauch ohne Feuer, so die These Prof. von Balthasars – und inmitten des dichtesten Rauches steht dieser kontroverse Anthropologe und räumt mit dem Meinungsmüll von Jahrhunderten auf, um Fakten sprechen zu lassen.